Das Modell Adam - Beschreibung


Das Modell Adam berücksichtigt die folgenden Sachverhalte:

  • Adam´s Umwelt
    Adam lebt in einer Umwelt, mit der er sich auseinandersetzen muss. Diese Umwelt enthält Nahrungsplätze und Gefahrenstellen. Außerdem ist sie dynamisch. Sie verändert sich fortlaufend. Adam ist gezwungen, sich auf diese Veränderungen seiner Umwelt einzustellen.
  • Zustandsvariablen aus der Klasse der Physis, der Emotion und der Kognition
    Der interne Zustand Adams wird zunächst durch die Zustandsvariable Energie charakterisiert, die aus der Klasse der physischen Variablen stammt. Dazu kommt die emotionale Zustandsvariable Angst. Außerdem verfügt Adam über kognitive Zustandsvariablen, die das Modell bezeichnen, das er von seiner Umwelt hat.
    Da Adam allein lebt, gibt es keine Zustandsvariablen aus dem sozialen Bereich.
  • Die Änderungen der internen Zustandsvariablen
    Die internen Zustandsvariablen sind nicht konstant, sondern ändern sich fortlaufend. Diese Änderungen werden entweder von außen über einen Input angestoßen oder sie laufen eigendynamisch von selbst ab. So wird z.B. die Zustandsvariable Energie langsam von sich aus abnehmen. Sobald Adam jedoch einen Nahrungsplatz erreicht hat und Nahrung zu sich nimmt, wird diese Variable ihren Wert in Abhängigkeit von der aufgenommenen Nahrungsmenge erhöhen. In gleicher Weise ändert sich die emotionale Zustandsvariable Angst. Ohne Einwirkung von außen wird sie langsam abnehmen. Falls jedoch Adam überraschend auf eine Gefahrenstelle trifft, wird dieser Input zu einem plötzlichen Anstieg führen.
  • Reaktives und deliberatives Verhalten
    Adams Verhalten enthält reaktive und deliberative Anteile. Einesteils folgt Adam einfachen Regeln, wenn z.B. festgelegt wird, unter welchen Umständen er anfängt zu denken oder wenn er sich vom Motiv Hunger leiten lässt. Gleichzeitig ist er jedoch auch zu deliberativem Verhalten fähig. Er kennt sein Ziel, das er erreichen möchte und er kann Handlungspläne ausarbeiten, die ihn diesem Ziel näherbringen.
    Außerdem verfügt Adam über eine Art Selbstbild, das auf seine Aktionen und deren Parameter Einfluss hat.
  • Interne und externe Aktionen
    Adams Verhaltensrepertoire kennt externe Aktionen, die nach außen wirken und die von außen wahrnehmbar sind. Hierzu gehört z.B. die Bewegung auf einen Nahrungsplatz zu. Gleichzeitig kann er jedoch auch innere Aktionen ausführen, die ihn nur selbst betreffen. Es handelt sich einmal um die Aktion Planen, die unter bestimmten Umständen angestoßen wird und die der Aktor veranlassen kann. Diese Aktion erarbeitet auf Grund des Weltwissens, über das Adam verfügt, den besten Weg zu einer günstigen Nahrungsstelle. Weiterhin kann Adam von sich aus das bewusste Wahrnehmen, Beobachten und Prüfen der Umwelt veranlassen.
  • Lernen
    Da sich die Umwelt dynamisch verändert, muss Adam lernen, sich in ihr zurechtzufinden. Im vorliegenden Fall wird Adam einen Nahrungsplatz, den er erreicht hat, leeren. Das Nahrungsangebot wächst jedoch mit einer bestimmten Geschwindigkeit nach, die Adam zunächst nicht kennt und die er lernen muss. Dieses Wissen ist für ihn wichtig, damit er nicht einem Nahrungsplatz zustrebt, auf dem noch keine Nahrung nachgewachsen ist.
    Am Anfang seines Lebens, wenn Adam noch über wenig Erfahrung mit Nahrungsplätzen verfügt, wird dieses Wissen ungenau und unsicher ausfallen. Trotzdem muss Adam in der Lage sein, Entscheidungen auch unter Unsicherheit zu treffen.
  • Vergessen
    Menschlich und sympathisch wird Adam durch die Eigenschaft der Vergesslichkeit. Nach einer Weile wird Wissen z.B. über die Lage der Nahrungsplätze oder der Gefahrenstellen verloren gehen, wenn es nicht laufend wieder aufgefrischt wird. Das geschieht, indem er diese Felder erneut aufsucht.