Prof. Dr. Bernd Schmidt
- Über Gott und die Welt - Ein Interview*

 
Was fasziniert Sie?  
 

 

Mich fasziniert z.B. Albert Schweitzer oder Maximilian Kolbe.
Ich bewundere Menschen, die mit Selbstsicherheit über eigene Überzeugungen, über Standhaftigkeit, geistige Unabhängigkeit und über einen weiten Blick verfügen. Und diese Überzeugung nicht nur Lippenbekenntnis sein lassen sondern in die Tat umsetzen.
Nicht das möglichst geschickte Mitschwimmen im großen Schwarm ist bewunderungswürdig sondern der eigene, mutige, feste und dennoch weltoffene Standpunkt, der sich begründen und rechtfertigen lässt und der zu Konsequenzen führt.
 
       
Welche Geschichten sind für Sie bedeutsam?  
    Es gibt so viele gute, tiefe und gehaltvolle Geschichten, die auf die Stellung des Menschen in der Welt ein Licht werfen! Unter all diesen Geschichten könnte ich drei als für mich besonders bedeutsam hervorheben:
Es ist die Legende von den Ausfahrten des Buddha, in denen Buddha einem Kranken, einem Alten, einem Toten und einem Mönch begegnet. Die vier Ausfahrten machen ihm deutlich, dass ein Leben, das sich nur auf Äußerlichkeiten beschränkt und das Leid nicht sehen will, ohne Sinn ist.
Es ist das Gespräch zwischen Krishna und Arschuna aus den Upanischaden, in dem Krishna die Verbundenheit all dessen erklärt, was ist und das in dem Wort „Tut wam si“ (Das bist du) gipfelt.
Es ist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter aus der Bibel, das besagt, dass Mitmenschlichkeit praktisches Handeln verlangt und sich auf den Nächste beziehen muss, der in Not ist und unserer Hilfe bedarf.
 
       
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* Die Fragen des Interviews sind zum Teil dem Fragebogen der Zeitschrift
Forschung & Lehre des Deutschen Hochschul-Verbandes entnommen.