Gelebte Philosophie
Veranstaltung und Gesprächskreis

Mittelalterliche, religiöse Kunst heute

Die Veranstaltungsreihe "Gelebte" Philosophie" beschäftigt sich mit Fragen, die für die persönliche Lebensführung von Bedeutung sind. Sie besteht aus Vorträgen und einem Gesprächskreis. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Vorträge behandeln in verständlicher Weise wichtige Begriffe und grundlegende Einsichten.

Zusätzlich zu der Vortragreihe gibt es im Gesprächskreis die Möglichkeit, in ausführlicher Weise die im Vortrag dargestellten Gesichtspunkte zu diskutieren. Hierbei sollen besonders persönliche Überzeugungen und Erfahrungen zur Sprache kommen.

Die Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und dem Gesprächskreis finden im Caritas Pirkheimerhaus, Königstraße 64 statt.
Die Termine sind bei den einzelnen Veranstaltungen angegeben.

 


Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Kunstwerken darf nicht bei einer äußeren Beschreibung stehen bleiben. Sie sollte sich auch nicht nur in persönlich unbeteiligter Weise mit kunsthistorischen Fragen beschäftigen. Vielmehr enthält ein Kunstwerk immer auch eine Aufforderung zur persönlichen Stellungnahme.

Man muss fragen dürfen, welche der in bildhafter Form ausgedrückten Überzeugungen auch heute noch Verbindlichkeit beanspruchen können und welche unter Umständen als überholt und nicht mehr zutreffend beiseitegelegt werden müssen.

Was bleibt nach so langer Zeit?

Literatur
Schmidt Bernd; Was ist Kunst?; Shaker Media, Aachen 2008
Schmidt Bernd; Mittelalterliche, religiöse Kunst heute; Shaker Media, Aachen 2009

Themen und Termine

Vortrag Mittwoch, den 4. März um 19.00 Uhr
Das mittelalterliche Weltbild
Der Löwe, der Pelikan, das Einhorn und der Vogel Phönix
Das Starck Epitaph in der Sebalduskirche in Nürnberg

Wenn wir uns mit Kunstwerken aus der Vergangenheit beschäftigen – Warum tun wir das?

Es gibt sicherlich viele Gründe. Einer davon mag sein, dass wir erfahren möchten, was uns der Künstler sagen wollte. Wir möchten ihn und seine Aussage, die er in die Form eines Bildes gekleidet hat, verstehen.

Nun stehen wir vor der ersten, schwierigen Frage. Ist es überhaupt möglich, einen Menschen aus einer lange vergangenen Zeit zu verstehen?

  • Was und wie hat er gedacht? Wie sah sein Weltbild aus?
  • Was waren seine Hoffnungen und Wünsche? Was hat er auf Erden erwartet und was im Himmel?
  • Wovor hat er sich gefürchtet? Was waren seine Ängste und wie ist er damit fertig geworden?
  • Welchen Zwängen war er unterworfen? Hatte er die Möglichkeit, diesen Zwängen auszuweichen?

Können wir das heute nachvollziehen?

Gesprächskreis Freitag, den 6. März um 10.00 Uhr
Was ist Kunst?
Die Kunst der Kunstbetrachtung


Vortrag Mittwoch, den 18. März um 19.00 Uhr
Märchen, Sagen und Legenden
Soll man das glauben? Kann man das glauben?
Die Heilige Kunigunde, der Heilige Sebaldus und die Heilige Katharina in der Sebalduskirche in Nürnberg

Legenden haben ihren Ursprung in tiefer Frömmigkeit, naivem Volksglauben, phantasievoller Erzählfreude, lehrhafter Unterrichtung und manchmal auch in wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Ganz natürlich haben die Erzähler hierbei aus ihrer unmittelbaren Lebenswelt geschöpft. Sie sind bei ihren Geschichten von dem ausgegangen, was sie an Erfahrung, Wissen, Wünschen mitgebracht, aber auch an Freude Zuversicht, Sorge, Angst und Not empfunden haben.

An den drei Heiligen Kunigunde, Sebaldus und Katharina soll untersucht werden, welche Bedeutung die Legenden, die von ihnen erzählt werden, früher besaßen und welche Bedeutung ihnen heute noch zukommen kann.

Gesprächskreis Freitag, den 20. März um 10.00 Uhr
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft
Die Kirche als heiliger Raum


Vortrag Mittwoch, den 15. April um 19.00 Uhr
Das Böse in der Welt
Es reicht nicht aus, dass die Guten nur nichts tun.
Das Hallerfenster in der Sebalduskirche in Nürnberg

Der Drache ist ein Symbol für das Böse in der Welt.

Der Heilige Georg ist ein Mann der ritterlichen Tugenden, der sich mit dem Bösen in der Welt nicht abfindet, sondern sich aufmacht, es in Form des Drachens zu bekämpfen. Die Prinzessin steht für die Unschuldigen und Hilflosen, die ohne tatkräftige Unterstützung verloren wären.

Die Heilige Martha hält den Drachen gezähmt an einer Leine. Man muss fragen, ob sich das Böse tatsächlich so leicht in Zaum halten lässt.

Gesprächskreis Freitag, den 17. April um 10.00 Uhr
"Wir können uns zwar Gott ohne Kirche vorstellen, aber nicht die Kirche ohne Gott" ( Thomas Mann)
Die Kirchenarchitektur der Gegenwart


Vortrag Mittwoch, den 6. Mai um 19.00 Uhr
Die ausgleichende Gerechtigkeit
Kommen nur die Artigen in den Himmel?
Das Weltgerichtsportal in der Sebalduskirche in Nürnberg

Kommen nur die Braven in den Himmel?
Und wo kommen die Unartigen hin? In die Hölle?

Eigentlich geht es dabei um die folgende Frage: Gibt es eine Belohnung, wenn wir Gutes tun und werden wir bestraft, wenn wir böse handeln? Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits? Und wie sieht sie aus?

Wir können am Ende unseres Lebens Bilanz ziehen und uns fragen, ob dieses unser Leben sinnvoll war und was wir dem kostbaren Geschenk unseres Lebens angestellt haben. Welche Konsequenzen hat das? Was geschieht mit uns, je nachdem ob sich die Waage, mit der unser vergangenes Leben gewogen wird, noch oben oder unten senkt?

Gesprächskreis Freitag, den 8. Mai um 10.00 Uhr
Muss Kunst wahr sein?
Die rationale und die persönliche Wahrheit


Vortrag Mittwoch, den 20. Mai um 19.00 Uhr
Jesusbilder
Wer war der Mann aus Nazareth?
Der Schmerzensmann in der Sebalduskirche in Nürnberg

Es kann als unzweifelhaft gelten, dass Jesus zur Zeit des römischen Kaisers Tiberius tatsächlich gelebt hat. Nur ist das Bild, das man sich von ihm gemacht hat, ist alles andere als eindeutig. Die Person Jesu spiegelt sich im Bewusstsein unterschiedlicher Menschen in ganz und gar unterschiedlicher Weise. Man kann ihn z.B. für den Erlöser der Welt, für einen gescheiterten Sozialreformer oder für einen jüdischen Rabbi halten.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bild Jesu immer wieder geändert und den Bedingungen und Anforderungen der Zeit angepasst. Existentielle Betroffenheit, weltanschauliche Voraussetzungen, soziale Beziehungen, aber auch wirtschaftliche und politische Gegebenheiten haben das Jesusbild geprägt, das in einer bestimmten geschichtlichen Epoche vorherrschend war.

Auf einem Gang durch die Kunst- und Kulturgeschichte von Anfang an bis heute werden verschiedene Jesusbilder vorgestellt und auf ihre Bedeutung für die Gegenwart befragt.

Gesprächskreis Freitag, den 22. Mai um 10.00 Uhr
"Wer sagt Ihr, dass ich sei?"
Wer war Jesus wirklich?