Gelebte Philosophie Teil 5
Veranstaltung und Gesprächskreis

Große homines religiosi

Die Veranstaltungsreihe „Gelebte" Philosophie" beschäftigt sich mit Fragen, die für die persönliche Lebensführung von Bedeutung sind. Sie besteht aus Vorträgen und einem Gesprächskreis. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Vorträge behandeln in verständlicher Weise wichtige Begriffe und grundlegende Einsichten.

Zusätzlich zu der Vortragreihe gibt es im Gesprächskreis die Möglichkeit, in ausführlicher Weise die im Vortrag dargestellten Gesichtspunkte zu diskutieren. Hierbei sollen besonders persönliche Überzeugungen und Erfahrungen zur Sprache kommen.

Die Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und dem Gesprächskreis finden im Caritas Pirckheimerhaus, Königstraße 64 statt.
Die Termine sind bei den einzelnen Veranstaltungen angegeben.

 

Es hat in der Geschichte immer wieder Menschen gegeben, die sich offen und vorbehaltlos den großen existentiellen Fragen des Menschseins gestellt haben.

* Wer ist Gott?
Ist Gott eine Person? Ist Gott ein Prinzip, das die Welt durchwaltet? Oder ist er beides?

* Was kann man von Gott wissen?
Welche Möglichkeiten gibt es vom Menschen aus, etwas über das Wesen Gottes zu erfahren? Ist man für die Gotteserkenntnis auf die Gnade Gottes angewiesen? Oder muss beides zusammenkommen?

* Was ist ein Gott-gefälliges, sinnvolles Leben?
Geht es um Weltentsagung und Askese, um der ewigen Seligkeit willen? Geht es um die möglichst gute Ausgestaltung der im Menschen angelegten Möglichkeiten und um aktive Weltgestaltung? Oder gibt es einen Mittelweg?

Mit Augustinus, Pascal und Dostojewski werden drei Denker vorgestellt, die auf diese Fragen eine Antwort gesucht und damit Ihren Gedanken die Entwicklung der europäischen Geistesgeschichte entscheidend mitgeprägt haben.

Themen und Termine

Die Weltverneinung der Spätantike

Vortrag Mittwoch, den 12. September um 19.00 Uhr
Gesprächskreis Freitag, den 14. September um 10.00 Uhr

Die Weltverneinung der Spätantike geht davon aus, dass die menschliche Seele aus dem Reich des Lichts in die als böse und leidvoll vorgestellte Materie eingegangen ist. Nur durch Askese und Weltentsagung gelingt es ihr, sich aus diesem Zustand des Gefangenseins wieder zu befreien und in ihr eigentliches, immaterielles und geistiges Dasein zurückzukehren.

Literatur: Durant, Will; Das Zeitalter des Glaubens; Francke Verlag, 1966

 

Augustinus: Der gütige Gott und das Böse

Vortrag Mittwoch, den 10.Oktober um 19.00 Uhr
Gesprächskreis Freitag, den 12. Oktober um 10.00 Uhr

Das Verständnis ist der Lohn des Glaubens. Suche daher nicht zu verstehen, um zu glauben, sondern glaube, um zu verstehen.“
(Augustinus)

Literatur: Knowles Andrew und Penkett Pachominos; Augustinus und seine Welt; Herder Verlag, 2007

 

Denken und Glauben im Barock

Vortrag Mittwoch, den 14. November um 19.00 Uhr
Gesprächskreis Freitag, den 16. November um 10.00 Uhr

Das Barock ist die Zeit der Gegenreformation und des Absolutismus. Die römisch-katholische Kirche sieht ihre Aufgabe darin, die Gläubigen durch Reformen festzuhalten oder zurückzugewinnen. Der Zeitgeist und das Lebensgefühl schwanken zwischen mystischer Religiosität und rationaler Welterklärung.

Literatur: Durant, Will; Das Zeitalter der Vernunft hebt an; Francke Verlag, 1965

 

Pascal: Die Mathematik, die Wissenschaften und der Gottglaube

Vortrag Mittwoch, den 12.Dezember um 19.00 Uhr
Gesprächskreis Freitag, den 14. Dezember um 10.00 Uhr

Was für eine Chimäre ist der Mensch! Wunder, Wirrnis, Widerspruch!
Richter über alle Dinge, ohnmächtiger Erdenwurm, Dunkelkammer der Ungewissheit, Glorie und Schmach des Weltalls. Solange will ich ihm widersprechen, bis er begreift, dass er unbegreiflich ist.“
(Pascal)

Literatur: Raffelt, Albert und Reifenberg, Peter; Universalgenie Blaise Pascal: Eine Einführung in sein Denken; Echter Verlag, 2011


Der russische Nihilismus im späten 19. Jahrhundert

Vortrag Mittwoch, den 09.Januar um 19.00 Uhr
Gesprächskreis Freitag, den 11. Januar um 10.00 Uhr

Der russische Nihilismus ist durch die Ablehnung von Autoritäten, besonders von Staat, Kirche und Familie gekennzeichnet. Er strebt nach einer freiheitlichen, aufgeklärten und atheistischen Gesellschaft. Die Wissenschaften liefern die Erkenntnisse für eine neue, ideale Ordnung. Die Bildung wird zum Weg zur Selbstemanzipation.

Literatur: Hryhorii Kupchanko; Der russische Nihilismus; Nabu Press, 2010


Dostojewski: Gottsuche in einer gottlosen Welt

Vortrag Mittwoch, den 06.Februar um 19.00 Uhr
Gesprächskreis Freitag, den 08 Februar um 10.00 Uhr

Im Westen hat man Christus verloren, und deshalb kommt der Westen zu Fall, einzig und allein deshalb!“
(Dostojewski)

Literatur: Kjetsaa Geir; Dostojewskij. Sträfling - Spieler – Dichterfürst; Katz Verlag, 1986